12. Februar 2013

12.02.13 Jagd = Tierschutz? Die Jägerlügen

Jagd bedeutet Leid und Tod für leidensfähige Mitgeschöpfe und schadet dem Gleichgewicht der Natur.
Klingt es nicht vollkommen logisch wenn Jäger erzählen, dass die Jagd notwendig sei, weil aufgrund der fehlenden Raubtiere das Wild in unseren Wäldern sonst überhand nehmen und Schäden am Wald anrichten würde? Zuerst wurden viele Beutegreifer ("Raubtiere") durch die Jagd ausgerottet und nun wollen die Jäger deren Aufgabe übernehmen. Dies klingt im ersten Moment tatsächlich logisch, ist aber bei genauerer Betrachtung der biologischen Fakten völlig absurd. Denn die Dichte von Populationen frei lebender Wildtiere hängt nicht von deren natürlichen Feinden ab, sondern von inneren biologischen Mechanismen zur Regulierung der jeweiligen Populationsdichten. Tatsache ist, dass Beutegreifer so gut wie keinen Einfluss auf die Populationsdichte ihrer Beutetiere haben.
Unwiderlegbare Beweise dafür sind Gebiete, in denen die Jagd verboten wurde, wie z.B. der ausgedehnte Nationalpark Gran Paradiso in Italien (seit 1922 jagdfrei). Die Jagdbefürworter versuchten schon damals das Schreckgespenst einer zu hohen Wilddichte in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern und ihnen einzureden, dass durch ein Verbot der Jagd erhebliche Schäden an Wald und in der Landwirtschaft zu erwarten seien. Die Wirklichkeit sieht aber ganz anders aus: Die Größe der Wildpopulationen und die Schäden durch Wildverbiss sind in den jagdfreien Gebieten nicht größer als in den Gebieten, in denen gejagt wird. Auch Hollands Wildtiere können aufatmen: Denn seit April 2002 ist die Jagd auf viele Wildtierarten dort weitgehend abgeschafft worden: Wildschweine, Füchse, Marder, nahezu alle Vogelarten und auch Rehe und Hirsche dürfen dort nicht mehr gejagt werden.

Kirrung Die Wildschwein-Lüge
Eine Behauptung hört man immer öfter: Wildschweine nähmen überhand und müssten daher intensiv bejagt werden. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Die Jagd selbst ist nämlich der Grund für die Überpopulation der Wildschweine: Je mehr gejagt wird, desto mehr werden bestehende, gut funktionierende Familienverbände auseinandergerissen, worauf die Wildschweine mit vermehrter Fortpflanzung reagieren. Auch die sogenannte "Kirrung", also die Fütterung der Schweine zum anlocken an geeignete Abschussplätze, unterstützt die Erhöhung der Wildschweinpopulation. Untersuchungen zeigten, dass in Wildschweinmägen 30% Futtermais enthalten war; also Mais, der vom Jäger selbst verfüttert wurde.

Die Tollwut-Lüge


Toter Fuchs
Klingt es nicht logisch, wenn uns ein Jäger erzählt, dass der Fuchs der Überträger der Tollwut ist und deshalb durch die Jagd bekämpft werden muss? Tatsache ist aber, dass durch die Jagd die Ausbreitung der Tollwut nicht verhindert werden kann. Ganz im Gegenteil wird durch die Jagd die Ausbreitung der Tollwut sogar gefördert! Die ständige Bejagung der Füchse führt zu einer ständigen Flucht und damit zu einem beschleunigtem Ortswechsel der überlebenden Tiere und zur Ansteckung von Tieren in anderen, auch weiter entfernten Revieren. Der Schweizer Kanton Wallis zog daraus die richtige Konsequenz und setzte bei der Bekämpfung der Tollwut konsequent auf Impfungen.
Seit 1981 ist der Kanton Wallis tollwutfrei. Als man in Grafenau im Bayerischen Wald die Fuchsjagd aussetzte, stellt man nach drei Jahren fest, dass die tollwütigen Tiere gestorben waren und durch eine gesunde Population ersetzt worden war. Werden Füchse nicht bejagt, leben sie in Familienverbänden von bis zu zehn Tieren, in denen nur die älteste Füchsin Junge zur Welt bringt. Durch die Jagd werden die festen Gemeinschaften und oft lebenslangen Paarbindungen völlig durcheinandergebracht und zerrissen. Dies führt über einen inneren biologischen Regulationsmechanismus zu einem Ansteigen der Geburtenrate bei Füchsen und zu einem Ausgleich der bei der Jagd vernichteten Tiere, so dass eine Bejagung völlig irrsinnig und widersinnig ist. Somit bringt die Fuchsjagd nur Leid und Tod für unschuldige leidensfähige Tiere.

Jagd im Visier Die Jagd als Hobby
Finanziell gut gestellte Jäger aus den Ballungsgebieten pachten Jagdreviere in den Provinzen zu horrenden Pachtgebühren an, um ihrem Jagdhobby nachzugehen. Die Mehrheit der Jäger betreibt die Jagd nämlich nicht deshalb, weil ihnen die Hege und Pflege von Fauna und Flora wichtig ist, sondern zur Befriedigung ihrer persönlichen Bedürfnisse; anders ist das Feilschen um die Jagdreviere und das Zahlen hoher Pachtgebühren nicht zu erklären. Die Jagd als Hobby, aus welchen Gründen auch immer man das Töten von Tieren zum Hobby macht, ist die wahre Motivation für die Mehrheit der Jäger. Daher schrecken diese auch nicht davor zurück, uns alle mit Lügen und Halbwahrheiten hinters Licht zu führen. Zuerst werden die natürlichen Regulationsmechanismen in der Natur durch die Jäger durcheinander gebracht: Alle natürlichen Beutegreifer, die als Konkurrenten der Jäger auftreten können, wurden entweder ausgerottet oder ein gnadenloser Vernichtungsfeldzug mit absurden Begründungen (wie z.B. die Tollwut bei den Füchsen) gestartet.
Beutegreifer haben aber gar keine signifikante Auswirkung auf die Populationsdichte ihrer Beutetiere. Sie sorgen nur dafür, dass schwache und kranke Tiere aus der Natur entnommen werden und so eine positive genetische Auslese in der Population gefördert wird. Da Jäger aber mitunter auch als Trophäenjäger auf prächtige Tiere aus sind, erfolgt dadurch eine schädliche Fehlauslese mit einer genetischen Schwächung der Populationen. Diese Schwächung der Populationen durch Fehlauslese und die hohen Abschussraten der Jäger werden zum einen durch die innere biologische Regulation der Geburtenraten der Tiere und durch zusätzliche Fütterungen ausgeglichen. Auf der einen Seite versucht man von Seiten der Jäger Ängste dahingehend zu streuen, dass die Jagd wegen der Gefahr zu großer Wildbestände notwendig sei, auf der anderen Seite füttert man die Tiere, so dass die Populationen stark ansteigen können - damit wieder genug Tiere zum bejagen vorhanden sind.
Jagdstrecke Alle wesentlichen von der Jägerschaft genannten Gründe für die Jagd sind heute wissenschaftlich widerlegt. Auch das alte Argument, dass sich die Natur in unseren Gefilden ja nicht selbst regulieren können, da natürlich Feinde wie der Wolf fehlen, ist widerlegt. Ließe man die Natur machen, würden sich die Tiere dem Platz- und Nahrungsangebot anpassen und sich eben nicht unendlich fortpflanzen. Diese natürlichen Mechanismen kommen allerdings nicht zum tragen, da sie durch den Eingriff der Jägerschaft vereitelt werden.

Die Lust am Töten
Es gibt somit keine logischen nachvollziehbaren Argumente, die das Töten leidensfähiger Tiere auch nur annähernd rechtfertigen könnten, es sei denn, man sähe die Lust am Töten als rationalen und vernünftigen Grund an. Jagd bedeutet schreckliches Leid und Tod für die betroffenen Tiere. Angeschossene Tiere mit heraushängenden Därmen und anderen schwersten Verletzungen führen einen oft tagelangen Todeskampf. Man findet die entsetzlich leidenden Tiere oft erst nach Stunden, um ihnen den Rest zu geben. Auch bei der Jagd mit Fallen sind die Tiere grausamsten Qualen ausgesetzt. Fallen sollen die Tiere zwar sofort töten, nur die Realität sieht oftmals ganz anders aus. Tiere werden z.B. von der Falle an einer Gliedmaße eingeklemmt. In ihrer Not, total verrückt vor Schmerzen und in Sorge um ihre Kinder beißen sich die Tiere die Gliedmaße durch und gehen verstümmelt nach einiger Zeit an ihren schweren Verletzungen zugrunde. Genau so wie 71% der Bevölkerung (Repräsentative Umfrage des GEWIS-Instituts 1996) wollen wir diesen Unfug nicht mehr. Jagd ist ständiger Terror und Krieg gegen Tiere und für eine halbwegs zivilisierte Gesellschaft unerträglich. Schon der 1. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland Theodor Heuss sagte: "Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit."

Jagdopfer Haustier

Sie vermissen Ihr Haustier und wissen nicht, wo es geblieben sein könnte? Der Jagd fallen jährlich ca. 400.000 Katzen und ca. 65.000 Hunde zum Opfer! Noch weniger als beim Wildtier greifen hier Scheinargumente der Jäger. Die Hunde, die "wildernd im Wald" aufgefunden und in den Tierheimen abgeben werden, sind übrigens meist Jagdhunde der Jägerschaft selbst - diese werden wie selbstverständlich vom Abschuss verschont.
Quelle: die Tierfreunde.de

Kunst von Chris Moser

RadikalKunst.net